JODI, Joan HEEMSKERK, Dirk PAESMANS
Composite club
Multimediainstallation | digital | Farbe | 99'99'' | Frankreich / Niederlande | 2007
© jodi

In diesem Werk verwandelt und reinterpretiert JoDi Massenvideospiele, indem es optische Wahrnehmung und Systeme zum Einfangen von Bewegung benutzt, die wiederum den militärischen Forschungsarbeiten der 80er Jahre entstammen. Der Code der Videospiele wird neugeschrieben und dann mit anderen visuellen Situationen konfrontiert, als denjenigen, die im Spielszenario ursprünglich vorgesehen waren. Gleichzeitig mit der Reflexion über Kontrollstrategien und den Archaismus des ludischen Dispositivs, das von der Videospielindustrie vorgeschlagen wird, unterzieht JoDi das narrative Dispositiv des Videospiels und seine interaktiven Strategien einer Reflexion. Das alterierte Spiel wird mit Ausschnitten aus Kinofilmen oder TV-Reportagen konfrontiert, die so eine neue narrative Erzählung entstehen lassen und das Verhältnis der Interaktion umstürzen. Der Spieler wird zum Beobachter des Dispositivs und das Videospiel wird dann mit einem komplexen Szenario konfrontiert, das die Grenzen des Interaktionsschemas des ursprünglichen Spiels unterstreicht.

JODI ist ein 1994 entstandenes Kollektiv, das aus zwei Künstlern, Joan Heemskerk und Dirk Paesmans besteht. Joan Heemskerk wurde 1968 in Kaatsheure in den Niederlanden geboren, Dirk Paesmans wurde 1965 in Brüssel in Belgien geboren. Sie leben und arbeiten in den Niederlanden. Heemskerk und Paesman haben beide das Laboratorium für numerische Kunst CADRE besucht, das Teil der Universität San José in Kalifornien, im Silicon Valley, ist. Paesmans hat ebenfalls unter der Leitung von Nam June Paik an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert. Das Kollektiv JoDi hat mit Fotographie und Video begonnen und in der Mitte der 90er Jahre waren sie die ersten, die Online-Werke geschaffen haben. Sie erforschen und stürzen die Internetkonventionen, informatische Software und Videospiele um. In ihren jüngeren Arbeiten haben sie Spiele, wie Wolfenstein 3D, Quake, Jet Set Willy und Max Payne 2, modifiziert. Die zersetzen radikal die Sprache dieser Systeme selbst, indem sie Interfaces, fehlerhafte Befehle und Codes einschließen. JoDi macht extreme numerische Interventionen, die das Verhältnis zwischen Informatiktechnologie und ihren Benutzern destabilisiert. JoDi reflektiert kritisch über unsere Wahrnehmung und unseren Gebrauch von Informatik. Sie verwandeln und bringen Prozesse, die normalerweise im Hintergrund erscheinen, an die Oberfläche, wie man auf ihrer Website, jodi.org, sehen kann: Crashes, Log-in-Formulare, Software-Sicherheitszertifikate und der Ablehnung von Garantieservices. Die Arbeiten von JoDi wurden auf zahlreichen internationalen Ausstellungen und Festivals gezeigt, wie der Individualausstellung INSTALL.EXE in Exebeam in New York, die dann ins [plug-in] nach Basel, ans BüroFriedrich nach Berlin und an das Computing 101B im FACT Zentrum nach Liverpool in Großbritannien gewandert ist. Sie haben ebenfalls am Zentrum für zeitgenössische Kunst in Glasgow, im Kunstverein in Bonn, im Stedelijk Museum in Amsterdam, im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe und an der Documenta X in Kassel ausgestellt. Sie haben den Webby Preis in der Kategorie Kunst (UCSOB) erhalten.