Manon DE BOER
Resonating Surfaces
experimentelle Doku | 16mm | Farbe | 39'0'' | Niederlande / Belgien | 2005
© Manon de Boer

Schreie von Toten auf einem weißen und aufgescheuerten Bildschirm eröffnen „Resonating Surfaces“. Auf diesem Bildträger ist kein Bild zu sehen, nur zwei weibliche Stimmen (Auszug aus der Oper „Lulu“ und „Wozzeck“ von Alban Berg), die eine Körpervibration produzieren, eine reine Vibration, die ihr Leben ausdrückt, und die von Stille und einem schwarzen Bildschirm gefolgt wird. „Resonating Surfaces“ ist ein dreifaches Portrait, da seiner Stadt, einer Frau und einer Lebenseinstellung, die persönliche Geschichte von Suely Rolnik, einer brasilianischen in Sao Paolo lebenden Psychoanalytikerin und Freundin von Deleuze und Guattari, die während der brasilianischen Diktatur in den 60er Jahren gelebt hat. Der Film vermengt verschiedene Themen, wie der Andere und das Verhältnis zur Alterität, die Verbindung zwischen Körper und Macht, Stimme und Mikropolitiken des Verlangens und des Widerstands.

Manon de Boer lebt und arbeitet in Brüssel. Sie hat Filme, Videos und Installationen realisiert. Sie hat ebenfalls zahlreiche Texte publiziert und unterrichtet am KASK. Sie ist Mitglied der Produktions- und Distributionsplattform Auguste Orts. Die Arbeiten von Manon de Boer setzen sich mit Portrait und Gedächtnis auseinander. Das Bild und die biographische Erzählung werden oft geteilt, um die Natur des Portraits – die des Dargestellten als auch die des Zuschauers – zu hinterfragen. Ihre jüngsten Ausstellungen umfassen u.a. „Don Quichotte“ am Witte de With in Rotterdam (2006), „Documentary Creations“ am Kunstmuseum in Luzern (2005) und „Nederland niet Nederland“ im Van Abbemuseum in Eindhoven (2004). Ihr Film „Sylvia Kristel“ (2003) wurde am Internationalen Filmfestival in Rotterdam gezeigt und hat 2004 den Georges de Beauregard Preis in Marseille erhalten. „Resonating Surface“ (2005) hat 2006 am Internationalen Dokumentarfilmfestival in Marseille den Marseille Espérance Preis sowie den Preis für den besten experimentellen Film am Kurzfilmfestival in Vila do Conte in Portugal erhalten.